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musikalschiss

review: mediengruppe telekommander

Mediengruppe Telekommander
Nähe am Menschen

Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint. An diesem musikalisch recycelten Abfallprodukt, der auf den Novelty-Effekt seines Vorgängers nicht mehr zurückgreifen kann, und außerdem noch vom Sound her vollkommen auf der Stelle tritt, ist so gar nichts gut. Mal ein Textausschnitt: „Die klingen ja wie die deutschen Beastie Boys...“. Das ist selbst ironisch gebrochen nicht sonderlich lustig und überhaupt eine Verbindung zu eben jener New Yorker Übertruppe herstellen zu wollen ist einfach nur unbeschreiblich peinlich, daran ändert auch das Höhö-Augenzwinkern, welches so was wie den rote Faden dieses Machwerks darstellt, nichts. Langweilige und vor allem sinnfreie Stakkato-Krakeelereien, schlecht produzierte Beats, nicht mal der Ansatz von Dichte oder Raffinesse konstatier- oder wenigstens erahnbar, Beliebigkeit aller Orten. Das funktioniert vielleicht auf der Abschlussparty mit einer Horde geschmacksfreier, trainingsjackentragender Abiturienten, die nach fünf Bier mal richtig die Sau rauslassen wollen, aber für jeden halbwegs Intelligenten und Interessierten ist dieses Album eine direkte Beleidigung.

jonas
25.4.06 15:55


ten german bombers - mehr spass mit der AD

Die dritte Halbzeit der WM ist angepfiffen. Die Klangbastler von Egotronic reagieren auf eine Bitte britischer Behörden. Letztere forderten englische Fußballfans dazu auf, keine provozierenden Lieder in deutschen Stadien mehr zu singen: Mit einem Cover von „There were ten german bombers in the air“ trashen sich Egotronic jetzt in die Herzen der Anti-deutschen Linken.

Im Lied geht es um zehn deutsche Bomber, die nach und nach von der britischen royal air force vom Himmel geholt werden – seltsamerweise wohl immer noch eine Provokation für Opfer-Deutschland. Der englische Begriff Bomber allerdings steht in diesem Zusammenhang auch für den Torwart beim Fußball.

Egotronic haben das Stadiongegröle als Musikclip verfilmt. Zu sehen sind fröhliche Vermummte, englische Bomber aus dem zweiten Weltkrieg, die Siege englischen Nationalmannschaft über Deutschland ´66 und 2001 und abschließend das Verbrennen der Deutschland Fahne mit WM-Logo.

Abgesehen von dem Widerspruch, dass hier Freizeit-Antideutsche mit nationaler Symbolik spielen, die sie selbst verachten, gilt es zu bemerken, dass dieser Clip eine höchst kontroverse Debatte im Internet ausgelöst hat.
Die Bombardierung Dresdens, Nationalität und trash, werden im myblog Forum von Egotronic völlig neu und von Vertretern verschiedenster politischer Lager diskutiert.

Mitleidsbekundungen mit deutschen Zivilisten, die instrumentalisiert werden für einen unangebrachten Patriotismus, Vorwürfe des Vaterlandsverrats und fröhliche „Deutschland verrecke!“ Rufe sammeln sich hier zu einem zünftigen Schlagabtausch.

Unglaubliches Ergebnis dieser virtuellen Debatte: Immer noch erdreisten sich Menschen mit rotem Pass mit nem goldenem Adler drauf, sich oder ihre Territorialgenossen als Opfer darzustellen. Immer noch steht der Gründungsmythos Schuldfrage frei zur Relativierung. Weiter und weiter treibt es die Kartoffeln in die Arme lächerlicher Vaterlandsliebe.
I REALLY HATE THOSE KRAUTS!

lena
9.4.06 20:07


johnny cash und gescmäckler-lutscher im eiszeit kino in kreuzberg

also franz dobler kommentiert halt so ausschnitte von johnny cash; einmal mit bob dylan im einklänglichen klampfgesinge, dann beim persiflieren des kings, was ihm recht gut gelingt, und zuletzt bei peter alexander, wo die beiden so ein heimatsendungs-buddy-und-ich-im-narrativen-kanon-dings vortragen. das rechtfertigt er für die geschmäckler mit professionalität. achso. die geschmäckler sind sowieso echt zum vollkotzen; da kommen die älteren herren, so wie wiglaf droste und dann höre ich so einen dialog beim bierholen:

alter mann 1 (droste): wir haben doch telefoniert?
alter mann 2 (blonder schleimi): äh nee, erinner ich mich nicht dran.
alter mann 1: doch, ich habe dir auf die mailbox gesprochen
alter mann 3 (keine ahnung wie der aussah, der war einfach auch so einer) mischt sich ein: nee, das war der nils. das hier ist ludwig. der alter mann nummero drei lacht so harhar-cowboy-mässig da merkt man es wieder; alkohol und rauchen. die hören sich alle gleich an.

was für lutscher.

noch schlimmer waren dann aber diejenigen, die dort hinkamen in der erwartung sich selbst und ihr geschäcklertum bestätigt zu sehen und einen tollen abend, ey zu verbringen. also die haben dann erstmal voll demonstrativ laut geklatscht als dobler sich nicht entblödete in einem ollen, kleinen kreuzberger hinterhof-kino die improvisationsveranstaltung nikki sudden zu widmen. das war die stunde der selbstreferentiellen handflächenzerstörung. superfremdschämen.
dann haben sie noch dämlich gegiggelt als dobler eine schote von der kasse erzählte wo irgendein heini sagte, dass die leute noch vor sechs jahren über johnny cash lachten und jetzt als ikone ansehen. die idiotie dieser indiespießer wird auch dadurch nicht besser, dass sie mal wie ihre eltern werden oder bereits sind. hässliche kleidung tragen sie auf jeden fall schon.
aber ansonsten war es schon stark. das konzert in san quentin war eindrücklich und bier und salziges popcorn sind auch eine gute sache.

jonas
1.4.06 18:56


ten german bombers

pünktlich zum grassierenden wm-in-unserem-land-wahn ist das bis dato beste musikvideo zum ereignis gelauncht worden.
eigentlich ist dieses antideutsche-hausband-dilletanten-gefrickel ja nicht so meins, aber ten german bombers ist schon eine ziemlich starke sache.

there were ten german bombers in the air...



jonas
29.3.06 11:09


frankreichmussbispolenreichen

saustarker name und saustarke mucke:
frankreichmussbispolenreichen
wenn der opferwahn lollesiert wird und das alle wichtig, gut, sehenswert und so finden, dann erfreut das schon allgemein, wenn das jemand auch doof findet und dann auch noch tolle mucke macht.

bißchen identitäres geprolle muss da auch mal sein:



von jonas
6.3.06 15:53


arctic monkeys haben sich aufgelöst!

"Sie sind der Hype der Stunde auf der Insel und auch bei uns lauschten die Schreiber der einschlägigen Magazine gespannt, wenn die Provinz-Bubis von ihren Schulabenteuer erzählten. Umso überraschender kommt da die Nachricht, dass sie sich auflösen, weil es Streit um die musikalische Linie gab.
Sänger Alex: "Die Zeit war reif für einen neuen Schritt, you know. Und wenn die anderen da nicht mitkommen können, dann trennen wir uns." Dies ist umso überraschender, da er zusammen mit Jamie Cook, der Gitarre spielt, im Begriff war einen kleinen chinesischen Jungen zu adoptieren. Cook: "Den Jungen hole ich mir eben alleine. Alex hat keinerlei Verantwortungsgefühl!"
Harte Worte. Bereits im MÄDCHENITALIENER in Berlin deutete sich an, dass der Zwist ausbrechen könnte, da die vier 12-Jährigen einen fahrigen Eindruck machten. Dass das jetzt in der Trennung endete und die monatelangen Gerüchte und Spekulationen somit bestätigt wurden, ist überraschend. Wie es weiter geht weiß keiner so genau, nur Alex gibt sich kämpferisch: "Ich mache solo weiter. Die anderen hasse ich. Den wünsche ich die Scheiße an den Kopf!" Wieder harte Worte. Es scheint als würde sich Alex bei unserem Gespräch im Omnibus vom Mädchenitaliener weg, selber Mut einflechten und beschwören."

jonas
3.3.06 13:39





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